Ist der Resilienz-Hype zu weit gegangen oder steckt mehr dahinter? Haben Sie sich auch schon überlegt, wie unternehmensweites Risikomanagement („uRM“) und Resilienz zusammenhängen?
In diesem Artikel versuche ich, den Zusammenhang zwischen Resilienz und Risikomanagement herzustellen und ein paar Grenzbedingungen so aufzuzeigen, dass Sie dem Hype nicht zu erliegen brauchen, sondern sich auf den Aufbau eines guten uRMs konzentrieren können.
Unlängst betrat ich einen Lift in einem Hotel. Nachdem sich die Türe geschlossen hatte, wies uns eine freundliche Roboter-Stimme darauf hin, dass “dieser Aufzug resilient“ sei.
Resiliente Aufzüge!!! Die Maschinen haben übernommen.
Die Prophezeiung aus dem Terminator-Film hat sich bestätigt.
Moderne Fahrstühle geben sich dem Resilienz-Hype hin?
was ist resilienz?
Drei Definitionen, von denen keine perfekt ist, aber alle trotzdem verwendbar sind:
- Resilienz beginnt dort, wo uRM aufhört.
- “Was dich nicht umbringt, macht dich stärker”, Friedrich Nietzsche.
- Eine noch schlagkräftigere Definition, Wortspiel beabsichtigt, stammt aus der Boxer-Szene: “jeder hat einen Plan, bis er eins aufs Maul kriegt”.

In den letzten zwei Jahren haben die meisten von uns gelernt, dass gutes, zukunftsorientiertes Unternehmensrisikomanagement die Differenz zwischen Erfolg und Scheitern ausmachen kann. Darüber hinaus haben wir erkannt, wann und wie gutes uRM an seine Grenzen stossen kann.
wann ist gut “gut genug”?
ISO 31000:2018 verweist auf “beste verfügbare Informationen” als Grundpfeiler guten uRMs. Dies ist eine sehr greifbare Anleitung, wo und wie man RM während einer Iteration anhalten kann und soll. Das bedeutet jedoch nicht, dass “schwer vorstellbare” Ereignisse bei der Risikoidentifikation aussenvorgelassen werden. Es entsteht jedoch kein wirklicher Vorteil, wenn eine Organisation übermäßig viel Ressourcen für die Identifizierung und Verwaltung von “violetten Schwänen”, “grünen Nashörnern” und ähnlichen, exotischen Risiko-Kategorien aufwendet.
Gutes RM positioniert jede Organisation ausreichend weit rechts im steilen Teil der Nutzenkurve. Das ist, unter den meisten Umständen, gut genug.

Wahrscheinlich kann und sollte uRM jedoch ein sehr störendes – im positiven und negativen Sinne – Ereignis nicht abdecken. Hier setzt Resilienz an und ein.
Die Grenze zwischen Resilienz und uRM ist fließend. Der Berührungspunkt und eine eventuelle Überschneidung von Resilienz und uRM sind für beinahe jede Organisation anders.
- gutes RM ist ein “Muss” um resilient zu werden und zu bleiben
- Resilienz ersetzt unternehmensweites uRM NICHT
- Resilienz ersetzt auch Notfallplanung nicht
und jetzt?
Wichtig ist, dass Sie beim Einrichten oder Verfeinern Ihres uRM-Frameworks Zeit aufwenden, um zu verstehen, wo auf der Nutzenkurve sich Ihr uRM jetzt befindet und wie weit Sie die Architektur u.U. nach rechts oder links bewegen müssen. Die Definition und Implementierung ihrer Risikobereitschaft sind sehr gute Gradmesser, um Ihren Ansatz und das entsprechende Ergebnis zu validieren. Ein erster, wichtiger Schritt ist getan!
Solide Resilienz ist wichtig, der Resilienz-Hype alleine bringt nichts.
Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung, gutes Risikomanagement aufzusetzen, zu implementieren und dafür zu sorgen, dass eine solide Basis für Resilienz geschaffen wird. Kontaktieren Sie uns über via eine der Optionen auf unserer Kontakt-Seite.
